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Implantatsysteme - welche Unterschiede gibt es?

Zahnersatz auf Implantatbasis hat viele Vorteile - nicht nur bei einer einzelnen Zahnlücke sondern auch bei Brücken, Teil- oder Vollprothesen. Wer sich dafür entscheidet, wird nach der Diagnose vom Zahnarzt aufgeklärt, welches Implantatsystem für die individuelle Situation in Frage kommt. Weltweit sind inzwischen mehrere Hundert verschiedene Varianten auf dem Markt zu finden. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus 40 Jahren Forschung, Entwicklung und praktischer Anwendung haben gezeigt, was bei der Auswahl zu beachten ist:

Das Material sollte dauerhaft haltbar sein und den Körper nicht belasten.

Es gibt deshalb nur zwei Materialien, die sich für künstliche Zahnwurzeln durchgesetzt haben:

Titan und Keramik

  • Die überwiegende Mehrzahl der Zahnimplantate besteht heute aus Titan, das sich seit Jahrzehnten als biologisch sehr gut verträgliches Material auf diesem Gebiet bewährt hat. Titan kann in sehr reiner Form hergestellt werden, ist äußerst haltbar und korrosionsbeständig und löst nach bisherigen Erkenntnissen keine Allergien und Fremdkörperreaktionen aus.
  • Für eine metallfreie Versorgung wurden Implantate aus Keramik entwickelt. Keramik kommt in seinen Eigenschaften der natürlichen Zahnsubstanz am nächsten. Extrem bruchfest und noch relativ neu auf dem Markt ist die Zirkondioxidkeramik. Um den Einsatz von Metall komplett zu vermeiden, kann die komplette Implantation mit Kohlenstoff beschichteten Instrumenten durchgeführt werden.

Einteilig oder zweiteilig?

Künstliche Zahnwurzeln können aus einem oder aus zwei Teilen bestehen.

  • Bei zweiteiligen bzw. zweiphasigen Implantaten wird zunächst der Implantatkörper in den Kiefer eingesetzt. Nach einer Einheilungszeit von etwa drei bis sechs Monaten wird der so genannte Aufbau aufgeschraubt, auf dem der Zahnersatz nahezu unsichtbar befestigt werden kann. In der Zwischenzeit ermöglicht ein Provisorium das Kauen und Sprechen.
  • Einteilige Implantate bestehen wie der Name sagt aus einem Stück und sind für die Sofortversorgung konzipiert. Die künstliche Zahnwurzel - das eigentliche Implantat - und der für die Befestigung der Krone oder des Zahnersatzes notwendige Aufbau bilden eine Einheit. Der Aufbau ist sofort abformbar und kann mit einem Provisorium versehen sofort belastet werden. Es ist kein zweiter Eingriff nötig, um den Aufbau zu befestigen. Vorhandene Gewebestrukturen werden geschont und die Einheilungsphase verkürzt sich.

    Click Implantate für herausnehmbare Prothesen

    Zu den einteiligen Implantaten gehören auch Click Implantate, mit denen herausnehmbare Prothesen einen sicheren und festen Halt bekommen, selbst wenn der Kieferknochen sich zurückgebildet hat. Herkömmlich verankerte Prothesen sind schleimhautgetragen. So kommt es immer wieder zu Problemen beim Kauen und Abbeißen, die Prothese bewegt sich und Speisereste setzen sich fest. Schmerzhafte Druckstellen können sich entzünden. Außerdem führte die ungünstige Knochenbelastung zum Abbau, so dass häufig eine Unterfütterung notwendig wird.

    Mit Click Implantaten, die auch nachträglich unter einer alten Prothese angepasst werden können, lassen sich diese Probleme deutlich reduzieren. Sie sind kleiner als andere Implantate und können mit gewebeschonenden minimal-invasiven Methoden ohne aufwändige Operation und ohne Knochenaufbau eingesetzt werden.

    Die Implantatköpfe ragen anschließend etwa 2mm aus der Kieferschleimhaut heraus. Die Basis der Prothese erhält eine Art Halteelement, so dass das Einsetzen mit einem einfachen „Click“ problemlos möglich ist. In den meisten Fällen genügen je zwei Implantate im Ober- und im Unterkiefer. Mit vier Implantaten im Oberkiefer kann oft auch auf die störende Gaumenplatte im Oberkiefer verzichtet werden. Im Normalfall kann die Prothese danach sofort belastet werden und muss nur noch zum Zähneputzen abgenommen werden.

Implantate unterscheiden sich auch in Oberflächenbeschaffenheit und Form:

  • Oberflächenbeschaffenheit und äußere Form spielen für die Einheilung eines Implantats eine wichtige Rolle.
  • Äußere Form und Größe entscheiden darüber, ob mit gewebeschonenden minimal-invasiven Methoden implantiert werden kann.
  • Um Bakterien möglichst wenig Angriffsfläche zu geben und die Pflege zu erleichtern, sollte bei zweiteiligen Implantaten möglichst kein Spalt zwischen Implantatkörper und Aufbau entstehen.

Welche Implantat-Variante im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und ergibt sich aus der persönlichen Situation und der zahnärztlichen Diagnose.

Implantat-Prophylaxe für lange Haltbarkeit

Sorgfältige Pflege, der Verzicht auf Rauchen und regelmäßig durchgeführte Professionelle Zahnreinigungen (PZR) tragen wesentlich dazu bei, das Zahnbett nach einer Implantation vor Infektionen zu schützen und erhöhen nachgewiesenermaßen die Haltbarkeit künstlicher Zahnwurzeln.

Bei unzureichender Mundhygiene besteht die Gefahr, dass Bakterien auf der Implantatoberfläche eine Entzündung auslösen. Eine schlechte Abwehrlage kann das begünstigen. Zuerst wird die Schleimhaut angegriffen, die das Implantat umgibt. Aus dieser Mukositis kann sich im weiteren Verlauf eine Periimplantitis entwickeln, die wie eine Parodontitis den Kieferknochen angreift und im schlimmsten Fall zum Verlust des Implantats führen kann.


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